Im Vorfeld des 1. Mais 2018 wurden in Stuttgart an stark frequentierten Orten Transparente zu den Themen Rechtspopulismus, Faschismus, Frauenkampf, Krieg in Rojava & Afrîn sowie „Solidarität statt Spaltung“ aufgehängt. Die 5 Thematiken sind stellvertretend für die vielen Kämpfe, die wir unter den herrschenden Verhältnissen zu führen haben. Sie sind Aufhänger von Kämpfen, die ein Teil des Klassenkampfs sind und als solche geführt werden müssen. Denn nur als Bestandteil einer Perspektive jenseits der herrschenden Verhältnisse können die einzelnen Kämpfe letztlich erfolgreich sein.

Daher muss es uns darum gehen die verschiedenen Teilbereichskämpfe einerseits akut zu führen, sie andererseits aber auch am 1. Mai und Tag für Tag zusammenzuführen und in die Perspektive einer klassenlosen Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung einzubinden.

Um diese Perspektive sichtbar und praktisch werden zu lassen gehen wir am 1. Mai auf die Straße – für die Umwälzung der Verhältnisse.

Für uns heißt es daher:

Rechtspopulismus stoppen

Die sogenannte Alternative für Deutschland ist kein Randphänomen mehr – ganz im Gegenteil. Mit Stimmenanteilen bis zu 15% in Baden Württemberg oder 25% in Sachsen Anhalt stellen sie Landtags- und Bundestagsfraktionen und haben Einfluss auf den gesellschaftlichen Diskurs. Durch ihr Bild als Partei des einfachen Mannes gehen sie recht erfolgreich auf Stimmenfang. Sie instrumentalisieren soziale Missstände und suchen die Schuld dafür nicht in der Ausbeutung, die im System selbst angelegt ist, sondern schieben die Schuld auf MigrantInnen und Geflüchtete.

In erster Linie geht es ihnen darum Menschen durch scheinbare Unterschiede wie Religion, Herkunft oder Sexualität gegeneinander auszuspielen. Doch der Widerspruch verläuft nicht zwischen den Nationen oder Kulturen sondern zwischen denen, die den gesellschaftlichen Reichtum produzieren und denen die ihn sich aneignen. Die logische Konsequenz ist: Rechtspopulismus stoppen! Für ein solidarisches Miteinander!

Keine Faschisten in unserem Viertel

Seit einigen Jahren beteiligt sich an der Langen Ost-Nacht, einem Stadtteilfest im Stuttgarter Osten, die türkische faschistische Organisation Milliyetci Hareket Partisi (MHP) mit einem eigenen Stand. Die MHP ist eine faschistische, nationalistische Partei aus der Türkei, welche unter anderem für Morde und Pogrome an der kurdischen Bevölkerung und politischen Gegnern verantwortlich ist und war. In einem offenen Brief machten mehrere Vereine und Einzelpersonen auf diesen Umstand aufmerksam und forderten den Ausschluss des Standes. Der Verein wurde jedoch nicht ausgeschlossen und einige OrganisatorInnen der Langen Ost Nacht, d.h. die führenden Köpfe innerhalb des Handels- und Gewerbevereins Stuttgart Ost, gingen gegen die Initiative vor.

Für uns ist klar, dass Faschisten auf einem Stadtteilfest und auch generell im öffentlichen Raum nichts verloren haben.

Auch in diesem Jahr wird es eine Initiative gegen den Stand der türkischen Faschisten geben. Achtet auf Ankündigungen.

>> Gesammelte Informationen zum letzten Jahr: http://zkstgt.blogsport.eu/keine-faschisten-auf-der-langen-ost-nacht-2/

Gegen den Krieg in Rojava und Afrîn!

Angesichts des völkerrechtswidrigen Krieg und der völkerrechtswidrigen Besatzung Afrîns durch die türkische Armee sowie dschihadistischer Milizen ist die Verteidigung der fortschrittlichen und selbstverwalteten Region „Rojava“ in Nordsyrien dringlicher denn je. Denn auch Shengal und andere Teile von Rojava werden von der Türkei bedroht.

Rojava bedeutet für die Völker in der Region einen bedeutenden Fortschritt: Alle werden in die Gestaltung der Gesellschaft mit einbezogen, es wird allgemein gegen die Unterdrückung vorgegangen, Frauen befreien sich selbst aus den patriarchalen Fängen, verschiedene Glaubensgruppen leben friedlich miteinander. Dieses Projekt ist der Türkei und den anderen reaktionären Regimes (nicht nur im Mittleren und Nahen Osten) ein Dorn im Auge. Im Sinne der internationalen Solidarität sehen wir es auch als unsere Aufgabe an, den Kampf vor Ort zu unterstützen.
Die Celox-Kampagne der Roten Hilfe International, die Gelder für blutstillende Verbände sammelt, die an die KämpferInnen verteilt werden, ist daher weiterhin wichtig für die militärische Verteidigung von Rojava.

>> Aktueller Flyer zu Rojava & Afrin: http://zkstgt.blogsport.eu/afrin-ist-in-gefahr-der-tuerkische-angriffskrieg-bedroht-die-bevoelkerung-in-afrin/
>> Link zur Celox-Kampagne: http://www.rojava.xyz

Für die Befreiung der Frau!

Nach wie vor verdienen Frauen im Schnitt 21 % weniger als Männer, 65% der Frauen sind im Niedriglohnsektor angestellt, rund 72% der unterbezahlten Pflegeberufe werden von Frauen ausgeführt, 10% der Frauen sind von Altersarmut betroffen. Hinzu kommt die Werbe- Film- und Modeindustrie die den Schönheits- und Schlankheitswahnsinn propagiert, und mit der Unterwerfung der Frauen unter ihr äußeres Erscheinungsbild Millionen verdient.

Sexismus und die patriarchale Unterdrückung durchdringen unseren gesamten Alltag. Durch etablierte Geschlechterrollen ist jede und jeder Tag für Tag mit den patriarchalen Verhältnissen konfrontiert. Umso notwendiger ist es den Kampf gegen diese und gegen patriarchale Unterdrückung als ein Teil des Kampfes für eine befreite Gesellschaft zu begreifen und zu führen.

>> Weitere Infos im Flyer von Zusammen Kämpfen zum 8. März: http://zkstgt.blogsport.eu/zusammen-kaempfen-gegen-patriarchat-und-kapitalismus/

>> & beim Frauenkollektiv Stuttgart https://www.facebook.com/Frauenkollektiv-Stuttgart-1728945134038804/

Solidarität statt Spaltung!

Seitens der Herrschenden wird auf die verschiedensten Spaltungsmechanismen gesetzt: Die StammarbeiterInnen werden von den LeiharbeiterInnen gespalten, durch unterschiedliche Bezahlung, forcierter Konkurrenz und Unterdrückung werden die Geschlechter gegeneinander ausgespielt, ein Keil zwischen den Geflüchteten und beispielsweise den Wohnungssuchenden getrieben… um nur wenige Mechanismen zu nennen.

Diese Mechanismen sollen isolierend wirken und verhindern, dass wir uns zusammenschließen, um unserem gemeinsamen Interesse nach einem Ende der Ausbeutung und Unterdrückung Ausdruck zu verleihen.

Für uns steht fest: Wir müssen die Spaltung und die forcierte Vereinzelung überwinden und solidarisch zusammenstehen. Denn nur gemeinsam mit unseren KollegInnen, den Mit-MieterInnen, unseren FreundInnen und allen anderen, die unter den Verhältnissen zu leiden haben, können wir die Kraft entwickeln, gegen das System zu kämpfen und für eine Gesellschaft zu streiten, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und nicht am Profit von einigen Wenigen.

Um diesem Kampf Ausdruck zu verleihen gehen wir am 1. Mai auf die Straße – für die Umwälzung der kapitalistischen Verhältnisse.

Heraus zum revolutionären 1. Mai!
Für die Umwälzung der Verhältnisse!

11:30 Uhr
Revolutionäre 1. Mai Demo
Schloßplatz

14 Uhr
1. Mai Fest
Stadtteilzentrum Gasparitsch

Auch im Linken Zentrum Lilo Herrmann findet ab 14 Uhr das internationalistische Fest statt.

>> Weitere Infos findet ihr im Aufruf von Zusammen Kämpfen zum 1. Mai: http://zkstgt.blogsport.eu/solidaritaet-statt-spaltung-stadtteilaufruf-zum-1-mai/
>> Und hier: www.erstermai-stuttgart.tk